Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung
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Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben: Renaturierung der Berkelaue

Ihr Partner für Umweltgutachten: IVÖR
Im Rahmen des Erprobungs- und Entwicklungsvohabens wurde das Gebiet in drei Abschnitte unterteilt:

  • Das westliche Drittel wurde nahezu vollständig der natürlichen (ungelenkten) Sukzession überlassen, um hier die Ausbildung auentypischer Vegetation zu ermöglichen.

  • Im mittleren Teilwurden truppweise Gehölze der potenziellen natürlichen Vegetation als Starthilfe für die Entwicklung von Auenwäldern gepflanzt. Anschließend wurden auch dieser Bereich der Sukzession überlassen.

  • Für das östliche Drittel war die Erhaltung und Entwicklung von auentypischem Extensivgrünland vorgesehen, da die Aue in diesem Bereich aus Gründen des Hochwasserschutzes für die nahe gelegene Ortschaft Stadtlohn offengehalten werden musste. Zum Schutz und zur Eigenentwicklung der Berkel wurde hier ein 5-10 m breiter, ungenutzter Uferstreifen ausgewiesen. Zur Verbesserung der hydrologischen Verhältnisse wurden im westlichen und mittleren Abschnitt des Gebietes bestehende Drainanlagen aufgehoben und Entwässerungsgräben bzw. größere Einmündungsgräben aufgestaut oder verschlossen.

  • Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung

    Mit dem Verfall der wilden Uferbefestigungen setzte eine eigendynamische Entwicklung der Gewässerstruktur ein, die sich vor allem in einer ausgeprägten Krümmungs- und Breitenerosion mit zahlreichen Uferabbrüchen und Auflandungen sowie Laufaufweitungen vor allem an Sturzbäumen ausdrückte. Diese Entwicklung war auch nach 11 Jahren noch lange nicht abgeschlossen. Dies gilt auch für die spontane Ansiedlung von Ufergehölzen.

    Durch die Zerstörung bzw. Ausschaltung von Entwässerungseinrichtungen konnten größere Bereiche der Aue wiedervernässt werden. Infolgedessen breiteten sich hier Pflanzengesellschaften der feuchten und nassen Standorte auf mehr als das Doppelte ihrer ursprünglichen Fläche aus. Hierbei handelte es sich vor allem um Rohrglanzgras-Röhricht, in geringerem Maße auch Schilf-Röhricht, sowie Kriechrasen-Gesellschaften und Staudenfluren der Ordnung Convolvuletalia. Auf den grundwasserferneren Böden entwickelten sich Brachestadien unterschiedlichster Zusammensetzung, unter denen Bestände mit Dominanz der Großen Brennessel den flächenmäßig größten Anteil besaßen. Eine spontane Entwicklung von Auwäldern ließ sich nur in Ansätzen nachweisen. Die Zahl der Farn- und Blütenpflanzen und die Anzahl der gefährdeten Pflanzenarten nahm im Untersuchungszeitraum ständig zu.

    Die durchgeführten Maßnahmen haben sich auf die Vogelwelt positiv ausgewirkt. Innerhalb des Untersuchungszeitraums stieg die Zahl der Brutvögel stetig an. Zugleich zeigten die insgesamt registrierten Reviere bzw. Brutpaare einen sehr starken Zuwachs. Unter den insgesamt 123 im E+E-Abschnitt registrierten Vogelarten befinden sich alleine 55 bemerkenswerte Arten (Brut- und Gastvögel), die entweder in der Roten Liste Nordrhein-Westfalens geführt werden oder zumindest regional weniger häufig sind. Einige dieser Arten nutzen das Untersuchungsgebiet mehr oder weniger regelmäßig, andere nur sporadisch. Aus naturschutzfachlich-ornithologischer Sicht kommen der Nutzungsaufgabe in Teilabschnitten der Aue, der Wiedervernässung und der natürlichen Sukzession eine besondere Bedeutung zu.

    Die Ausbildung neuer, z.T. eng mosaikartig vernetzter Pflanzengesellschaften anstelle des vorher vorhandenen, i.d.R. struktur- und artenarmen Grünlands führte zu einem erhöhten Nischenangebot. Hierauf reagierten einige schon im Untersuchungsgebiet vorhandene Arten wie Teichrohrsänger, Dorngrasmücke, Buchfink und Zaunkönig mit einem – teilweise erheblichen - Populationszuwachs. Andererseits konnten andere hoch spezialisierte Arten das Untersuchungsgebiet neu besiedeln bzw. wieder besiedeln (z.B. Rohrweihe, Wasserralle).

    Auch die Amphibienfauna hat sich insgesamt positiv entwickelt. Mit Berg- und Teichmolch konnten ab 1995 zwei neue Arten festgestellt werden. Grasfrosch und Erdkröte kommen in beachtlich großen Populationen vor.

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