Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung
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Die Tier- und Pflanzenwelt im Park von Haus Meer

Ökologisches Fachbeitrag im Rahmen des Gutachtens "Erfassung und Bewertung der baulichen, archäologischen, geschichtlichen, gartenhistorischen und ökologischen Elemente auf dem Gelände von Haus Meer" unter der Federführung der FH Köln, FB Architektur für die Stadt Meerbusch (2001/2002).



Ihr Partner für Umweltgutachten: IVÖR
Die Pflanzenwelt

Wollte man 2001 einen Rundgang durch den Park machen, so musste man sich den Weg durch Brombeergestrüpp und Brennesselbestände bahnen. Aber immer wurde der Blick freigegeben auf die über 100 Jahre alten, mächtigen Bäume, wurde man überrascht von dem Artenreichtum der offenen, wiesenähnlichen Bereiche und der zum Teil waldartigen Baumbestände:

"Das prägende Merkmal der Parkanlage ist ihr alter Baumbestand. In den Randbereichen stehen die Bäume so dicht, dass die Bestände mit ihrem stufenartigen Aufbau aus Baum-, Strauch- und Krautschicht einen waldähnlichen Charakter besitzen. Hier wachsen fremdländische Arten wie Götterbaum und Sumpfzypresse neben einheimischen Gehölzen, wie Buche, Esche und Eiche. Zu den ältesten Bäumen (200 Jahre und älter) zählen mehrere Rot- und Blutbuchen, Roßkastanien, Eiben, sowie Spitz- und Bergahorne. Der imposanteste und wahrscheinlich auch älteste Baum ist eine Platane im Süden der Parkanlage.

Einige der alten Bäume sind teilweise oder vollständig abgestorben. Ihre Stämme, sowohl stehend, als auch liegend, prägen nicht nur das Bild der heutigen Parkanlage, sondern sind wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tiere. Besonders viel Totholz, aber auch Baumhöhlen in noch lebenden Bäumen findet man im Norden der Parkanlage. Hier ist ein regelrechtes "Spechtparadies" entstanden.

Unter den alten Bäumen hat sich eine sogenannte zweite Baumschicht entwickelt. Bei den noch jungen Gehölzen, die sich im Laufe der Zeit selbst gepflanzt haben, handelt es sich hauptsächlich um Berg-Ahorne, teilweise auch um Eschen. Die Strauchschicht wird vor allem vom Schwarzen Holunder und der Hasel gebildet. Zu den aspektbestimmenden Arten der meist gut entwickelten Krautschicht gehört der Gundermann, ein weit verbreiteter Nährstoffzeiger, der häufig auch in Wäldern oder an Wald- und Heckenrändern vorkommt. An lichteren Stellen dominiert die Brennessel, stellenweise auch die Brombeere. Man findet aber auch typische Waldarten wie Flattergras, Wald-Ziest, Frauenfarn und Hexenkraut. Im Frühjahr blüht außerdem das Scharbockskraut.

Neben den dichten Baumbeständen mit waldähnlichem Charakter wird der Park besonders durch seine Baumgruppen und Einzelbäume geprägt. Die meisten der Bäume sind 120-200 Jahre alt, teilweise sogar bis 250 Jahre. In den Randbereichen der Gehölzbestände haben sich sogenannte Saumgesellschaften ausgebildet, wie man sie bei uns häufig an Waldrändern auf stickstoffreichen, frisch-feuchten Böden findet. Typische Arten sind neben der Brennessel die Gefleckte und die Weiße Taubnessel, sowie der Giersch.

Große Bereiche des Parkgeländes werden von Brombeer-Gebüschen eingenommen. Sie bilden meist ein übermannshohes, undurchdringliches Gestrüpp, in dem nur wenige andere Arten vorkommen.

Wiesenähnliche, offene Bereiche haben sich westlich der Remise und nördlich des ehemaligen Schlosses gehalten. Hier hat sich eine insgesamt artenreiche Pflanzenwelt eingestellt, wobei typische Arten des Grünlandes wie der Glatthafer und das Knäulgras überwiegen. Bedingt durch die fehlende Mahd kommen Ruderalarten wie Brennessel, Giersch und Acker-Kratzdistel auf."


Die Fledermäuse

Fledermäuse bevölkern unsere Erde seit über 50 Millionen Jahren, aber noch immer gehören sie zu den unbekannten Geschöpfen. Mythen und dunkle Geschichten rund um Dracula und Vampirismus umranken ihre heimliche Lebensweise. Zwergfledermaus, Großer Abendsegler und Braunes Langohr benutzten den Park hauptsächlich als Jagdrevier. Nach einer längeren Frostperiode Anfang 2002 wurden aber auch winterschlafende Braune Langohren in den alten Kellergewölben angetroffen.

Die Zwergfledermaus ist die kleinste Fledermaus Europas und wiegt nur 5 Gramm. Sie misst vom Kopf bis zum Rumpf etwa 3,5-5 cm und hat eine Flügelspannweite von 18-24 cm. Die Zwergfledermaus ist in erster Linie eine 'Hausfledermaus'. Selbst in Großstädten kommt sie vor. Auch Parks und Gärten mit alten Bäumen sowie Wälder werden gerne besiedelt. Ihre Wochenstuben liegen in der Regel in von außen zugänglichen, engen Spalten an Gebäuden wie beispielsweise hinter Wandverkleidungen, Fensterläden, in Dehnungsfugen, hinter Schildern und ähnlichen Hohlräumen. Als Winterquartiere werden Kirchen, Fels- und Mauerspalten, Keller, seltener auch Höhlen genutzt.

Der Große Abendsegler ist eine der größten in Deutschland vorkommenden Fledermausarten. Seine Kopf-Rumpf-Länge beträgt 6-8 cm bei einer Flügelspannweite von 32-40 cm. Der Lebensraum des Abendseglers ist in erster Linie der Wald, er kommt aber auch in Parkanlagen mit altem Baumbestand vor. Er fliegt oft bereits vor der Dämmerung aus, so dass er noch bei Tageslicht beobachtet werden kann. Sein Flug ist schnell mit häufigen Wendungen und Sturzflügen.

Das Braune Langohr ist eine mittelgroße Fledermaus mit Körper-Rumpf-Längen zwischen 4,2 und 5,3 cm. Auffallend sind seine besonders langen Ohren. Als Lebensraum werden weitläufige Wälder bevorzugt, aber auch Feldgehölze mit Altbäumen sowie Parkanlagen und Gärten werden besiedelt. Das Braune Langohr fliegt erst bei Dunkelheit aus, sein Flug ist langsam und gaukelnd.


Der Landschaftspark

Der ehemalige englische Landschaftspark von Haus Meer besitzt vor allem aufgrund seines für die Region wohl einmaligen alten Baumbestandes einen hohen ökologischen Wert. Leitbild der im 19. Jahrhundert entstandenen englischen Parkanlagen war die Überzeugung, Natur nachbauen zu können. Man legte Hügel statt Geländestufen an und anstelle eines geometrischen Wegerasters schlängelten sich die Wege durch die Landschaft. Der für diese Anlagen typische, offene Charakter ist heute noch an vielen Stellen im Park von Haus Meer erkennbar, einzeln oder in Gruppen gepflanzte bis zu 250 Jahre alte Bäume prägen den Park.


Der Ökologische Wert der Parkanlage

Typisch war die Verwendung exotischer Bäume, was sich bis heute im Artenbestand der Parkanlage von Haus Meer widerspiegelt. Nicht nur die relativ große Artenvielfalt - es befinden sich insgesamt 29 verschiedene Baumarten auf der Fläche des ehemaligen Landschaftsparks - sondern auch das unterschiedliche Alter und der Gesundheitszustand sind aus ökologischer Sicht beachtlich. Häufig ergibt sich ein Muster aus alten und jüngeren Baumbeständen; abgestorbene oder absterbende Bäume sind ebenso vertreten wie gesunde. Hieraus ergibt sich ein Mosaik aus verschiedenen Lebensphasen, die - ähnlich denen eines Waldes - mit jeweils bestimmten ökologischen Charakteristika unterschiedliche Artengemeinschaften ausbilden.

Auch in landschaftsästhetischer Hinsicht ist das Gelände bemerkenswert. Exotische Arten wie Götterbaum, Sumpfzypresse und Weymouthskiefer, die den artenreichen Bestand heimischer Gehölze ergänzen, vermitteln dem Betrachter ein attraktives, für die Region ungewöhnliches Bild. Besonders ansprechend sind die alten Blutbuchen mit ihren leuchten roten Blättern im Frühjahr und der Ginkgo (oder Fächerblattbaum) mit seinem goldenen Herbstlaub. In einer Baumgruppe mit Bergahorn und Trauerbuche stehend stellt er einen Blickfang in dem Parkgelände dar.




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