Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung
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Erfolgskontrolle von abgeschlossenen E+ E-Vorhaben zur Auenrenaturierung: Projektgebiet Berkel

Ihr Partner für Umweltgutachten: IVÖR

Auftraggeber: Universität Osnabrück, Abteilung Ökologie
für das Bundesamt für Naturschutz, Bonn (2017/18)


Im Rahmen eines Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Bonn wurde das Projekt ’Renaturierung der Berkelaue zwischen Stadtlohn und Vreden’ (Kreis Borken, NRW) im Förderzeitraum von 1988 bis 2002 mit ca. 4,7 Mio. Euro unterstützt. Für das Projekt wurden Flächen in der Berkelaue erworben und Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt. Dabei wurden über einen Zeitraum von 11 Jahren wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur Entwicklung der Flora und Fauna durchgeführt. Nähere Informationen zu den Begleituntersuchungen finden Sie hier >.

Durch eine aktuelle Erfolgskontrolle des E+E-Vorhabens sollte im Auftrag des BfN geklärt werden, ob die durchgeführten Maßnahmen langfristig den gewünschten Erfolg haben, also nachhaltig sind und damit letztlich den Forderungen der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt entsprechen.

Spezifische Rahmenbedingung
Mit dem Instrument der Bodenordnung gelang es dem Amt für Agrarordnung Coesfeld im Bereich des E+E-Projektvorhabens von 1989 bis 2002 insgesamt 112 ha in öffentlichen Besitz zu überführen bzw. durch Grunddienstbarkeiten dauerhaft zu sichern um damit umfassende Maßnahmen zur Renaturierung zu ermöglichen. Dabei wurden unter Berücksichtigung der verschiedenen Tauschketten rund 1.000 Hektar ’durch das Land bewegt’.

Wesentliche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen
  • Wiedervernässung der Berkelaue
  • Natürliche Sukzession
  • Auwaldentwicklung durch Initialpflanzungen
  • Extensive Grünlandnutzung
  • Ausweisung eines durchgängig ungenutzten Uferstreifens

  • Zusammenfassende Betrachtung im Hinblick auf die Ziele des E + E-Vorhabens
  • Natürliche Entwicklung der Aue:
  • Insgesamt hat sich ein vielfältiges, häufig kleinräumig wechselndes Mosaik aus unterschiedlichen Pflanzengesellschaften ausgebildet. Insbesondere durch die Aufhebung von Altdrainagen wurden größere Bereiche der Aue wiedervernässt. Hier haben sich feuchteabhängige Pflanzengesellschaften wie Röhrichte, Flutrasen und entsprechende nitrophytische Hochstaudenfluren in der Aue ausbreiten können. Dabei haben Schilfröhrichte den größten Anteil. Eine Entwicklung zu Auwaldgesellschaften ist in den Bereichen, die der ungelenkten Sukzession überlassen wurden, allerdings nur in Ansätzen durch verstärkt aufkommende Weidengebüsche erkennbar.
  • Entwicklung von Auenwäldern durch eine ’Starthilfe’ mittels truppweiser Anpflanzung von Gehölzen (Initialpflanzung):
  • Mittlerweile prägen die gepflanzten Gehölze das Bild der Aue, auch wenn sie meist noch keine geschlossenen Bestände bilden. Bisher konnten sich im Unterwuchs auch (noch) keine typischen Waldarten einstellen. Die Bestände werden noch einen längeren Zeitraum benötigen, um einen Auwaldcharakter mit entsprechender Artenzusammensetzung zu erlangen.
  • Erhaltung und Entwicklung von auentypischem Extensivgrünland:
  • Bei den Grünlandflächen handelt es sich fast ausschließlich um Weideland. Dieses hat sich gegenüber 2002 nicht wesentlich verändert. Größtenteils handelt es sich um Weidelgras-Weißklee-Weiden, von denen rund 22 % als Feuchtweide ausgeprägt sind. Lokal haben sich auch Flutrasen auf den Weideflächen ausgebreitet.
  • Eigendynamische Entwicklung der Berkel:
  • Die Berkel ist durch eine starke Krümmungserosion gekennzeichnet. An vielen Stellen finden sich Uferabbrüche und haben sich Steilwände und Sandbänke gebildet. Damit verbunden stürzen Uferbäume in die Berkel und durch die Um- bzw. Unterspülung der Sturzbäume kommt es zur lokalen Ausbildung von Laufaufweitungen und Kolken. Im Vergleich zu 2002 hat sich der Flächenanteil der Ufergehölze zwar mehr als verdoppelt, das Entwicklungsziel eines durchgängigen Ufergehölzstreifens ist aber bei weitem noch nicht erreicht. Dabei verhindert die ausgeprägte Krümmungserosion mit ihren ständigen Uferabbrüchen und –übersandungen an vielen Stellen ein Aufkommen an Gehölzen.

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